Es sickert oft langsam …

Ich sitz‘ gern am späten Abend am Hauptplatz und lass den Tag noch mal vorüber ziehen. Die lustig tanzenden Wassersäulen vor der Tribüne mag ich inzwischen sehr – mitsamt dem Lichtspiel, das die Tropfen zum Leuchten bringt.
Heute wird mir aber wieder mal richtig bewusst, was seit vielen Wochen fehlt: Der sanfte, das Spektakel einbettende, Rahmen! Hinter den Wasserspielen eine kahle Tribüne – zwei kleine Bäumchen, ein dritter gestorben und weggenommen. Dahinter ein neuer Metallzaun am Bahngleis, höher als ein Mensch. Ohne jeglichen Bewuchs davor scheppert (Güterzüge) oder gleitet (die neuen Personenzüge) die Bahn noch präsenter als bisher mitten über den Hauptplatz. Dahinter das Gebäude mit der Apotheke. Plötzlich sehr groß und sichtbar. Und alles zusammen … die Intimität des Platzes ist weg. Obwohl er durch Tribüne und Wasserspeier aufgewertet wurde.
Stadtentwicklung lebt wohl davon, solche Sichtachsen zu berücksichtigen – wenn man eine lebendige Stadt haben will.

Warum mir das heute so deutlich wird ist sicher auch, dass auf der anderen Seite des Bahndamms früher oder später das gleiche „Erwachen“ stattfinden wird. Nach der ersten Irritation durch eine Veränderung, die wir oft gar nicht richtig einordnen können, sickert meist langsam was uns dann wirklich fehlt.

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